Grundpreis im Shopify-Shop: Pflicht, Regeln und Umsetzung
Wer Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkauft, muss neben dem Gesamtpreis auch den Grundpreis angeben. Dieser Leitfaden erklärt, für wen die Pflicht gilt, welche Bezugsgröße seit der PAngV-Novelle 2022 zu verwenden ist und wie du das in einem Shopify-Shop sauber umsetzt.
Was ist der Grundpreis?
Der Grundpreis ist der Preis pro Mengeneinheit — also pro Kilogramm, Liter, Meter, Quadratmeter oder Kubikmeter — inklusive Umsatzsteuer und aller sonstigen Preisbestandteile.
Grundlage ist die europäische Preisangabenrichtlinie 98/6/EG. Ihr erklärtes Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern den Preisvergleich zwischen unterschiedlich großen Packungen zu ermöglichen. In Deutschland ist sie in der Preisangabenverordnung (PAngV) umgesetzt.
Für wen gilt die Pflicht?
Die Preisangabenverordnung gilt für den Verkauf an Endverbraucher (B2C) — im stationären Handel genauso wie im Onlinehandel. Im reinen B2B-Geschäft greift sie nicht.
Betroffen sind Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden. Typische Kategorien:
- Lebensmittel und Feinkost (Öl, Honig, Kaffee, Gewürze, Trockenwaren)
- Unverpackte Ware und Bulk-Produkte
- Kosmetik und Körperpflege (Cremes, Shampoos, Öle)
- Nahrungsergänzungsmittel (Pulver, Kapseln nach Gewicht)
- Drogerie- und Reinigungsmittel (Waschmittel, Reiniger)
Welche Bezugsgröße gilt — 1 kg oder 100 g?
Das ist der Punkt, an dem viele Shops noch mit veralteten Informationen arbeiten. Früher durfte der Grundpreis bei Fertigpackungen bis 250 g beziehungsweise 250 ml auf 100 g oder 100 ml bezogen werden.
Diese Ausnahme wurde mit der PAngV-Novelle zum 28. Mai 2022 gestrichen. Seitdem ist die Bezugsgröße einheitlich 1 Kilogramm, 1 Liter, 1 Meter, 1 Quadratmeter oder 1 Kubikmeter — unabhängig von der Packungsgröße.
Praktisch heißt das: Eine 50-ml-Creme für 19,90 € wird mit 398,00 €/L ausgezeichnet, nicht mit 39,80 €/100 ml. Der Wert wirkt hoch, ist aber die vorgeschriebene Darstellung.
Wie muss der Grundpreis dargestellt werden?
Die Angabe muss unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar sein — und in unmittelbarer Nähe des Gesamtpreises stehen.
Für Onlineshops ist besonders wichtig, was nicht ausreicht: Der Grundpreis darf nicht erst über einen separaten Link, ein Pop-up oder einen Mouse-over sichtbar werden. Er gehört direkt neben oder unter den Preis — auf der Produktseite genauso wie in Kategorie-Listen, im Warenkorb und im Checkout.
Umsetzung in Shopify
Shopify kennt zwar ein natives Feld für den Grundpreis pro Variante, hat aber zwei praktische Schwächen: Du musst Menge und Einheit für jede einzelne Variante von Hand pflegen, und ob der Wert tatsächlich angezeigt wird, hängt vom Theme ab. Bei größeren Katalogen wird das schnell zur Fleißarbeit mit Lücken.
Genau dafür haben wir Unit Price Pro gebaut: Die Füllmenge lässt sich aus den bereits gepflegten Variantengewichten automatisch übernehmen, der Grundpreis wird live im Theme berechnet (also korrekt bei Rabatten, in jeder Währung und über Märkte hinweg), und ein Konformitätsbericht zeigt dir auf einen Blick, welche Produkte noch ohne Angabe sind.
Häufige Fragen
- Gilt die Grundpreisangabe auch in Kategorie-Listen?
- Ja. Überall dort, wo ein Preis für die betroffenen Waren genannt wird, gehört der Grundpreis dazu — also auch in Kollektionen, Suchergebnissen und im Warenkorb.
- Was gilt bei Produkten, die nach Stück verkauft werden?
- Wird eine Ware nach Stückzahl und nicht nach Gewicht oder Volumen angeboten, ist in der Regel kein Grundpreis erforderlich.
- Muss der Grundpreis auch bei Rabatten stimmen?
- Ja — maßgeblich ist der tatsächlich zu zahlende Endpreis. Wird der Grundpreis statisch hinterlegt, ist er nach einer Preisänderung falsch. Deshalb sollte er aus dem aktuellen Preis berechnet werden.
Dieser Leitfaden ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem konkreten Sortiment wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.